Kartenhaus bleibt ein Kartenhaus (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 4. Feb. 2010

Wenn Kartenhäuser einmal zusammenfallen, dann geht das ganz schnell - dafür gibt Kärnten wirklich ein exzellentes Exempel ab. Jetzt offenbart sich scheibchenweise, was für ein instabiles Konstrukt Haiderscher Prägung zuerst in blauen, dann in orangen Farben zum "Modell" stilisiert wurde. Von der "Erfolgsgeschichte" der Hypo, die immer wieder für politische Begehrlichkeiten herhalten musste, ist ein bitterer Nachgeschmack geblieben, den man loswerden will. Auch die Seebühne würden Haiders Nachfolger am liebsten gleich aus der kollektiven Erinnerung verbannen - samt den Unsummen, die sie verschlungen hat. Den Nutzen ehemals gepriesener Events, auf denen sich die orange Politriege gerne selbst feierte, kann die wendige Partei heute schon nicht mehr erkennen. Zugleich kürzt sie still und heimlich gießkannenartig verteilte Sozial-Zuckerln wie das Babygeld. Alles nichts als Folgen einer Politik, die sich von einer Wahl zur anderen hantelte und auf nachhaltiges Wirtschaften pfiff: Ein Kartenhaus bleibt eben ein Kartenhaus.
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